Unsere erste Wanderung in der neuen Saison führte uns nach Lichtenwörth bei Wr. Neustadt. Alle der 23 TeilnehmerInnen kannten den Ort nicht. Dieser ist bekannt als Geburtsort von Dominic Thiem, einen der ehemals besten Tennisspieler der Welt.
Bevor wird die 15 km langen Ulmen-Au-Runde starteten, besuchten wir die „Nadelburg“, die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Lichtenwörth.
Die Nadelburg
Ist ein planmäßig angelegte Fabriksiedlung aus dem Anfang des Industriezeitalters und gilt als die „Wiege der Industrialisierung“ in Österreich. 1747 gegründet mit der Idee, Produkte wie etwa Nähnadeln in größeren Mengen zu fertigen. Das Werk war aber zu groß angelegt, geriet in Zahlungsschwierigkeiten und wurde schon im Jahre 1751 vom staatlichen „Münz- und Bergwerksdirektorium“ übernommen. Unter den wachsamen Augen Maria Theresias ließt man die Anlage großzügig fertigstellen. Für die überwiegend aus Nürnberg abgeworbenen Facharbeiter wurden Wohnhäuser errichtet und nach den Plänen des Hofbaumeisters Nikolo von Pacassi auch eine Kirche gebaut. Diese hat einen seltenen Grundriss, mit sanften Mitteln wurden die Protestantischen Meister zu Katholiken umerzogen. Das besondere an der Nadelburg war auch die strikte Abgrenzung zur Dorfgemeinde Lichtenwörth, ein Begegnen von Arbeitern und Einwohners war nicht erwünscht. Nach Eigentümerwechsel übernahm im Jahre 1815 Anton Hainisch die Fabrik und damit begann der Aufstieg des Werkes. Produziert wurden über 800 Alltagsgegenstände. Nach der Weltwirtschaftskrise in den zwanziger Jahren des 20. Jhdt. Wurde das Werk 1930 geschlossen. Seit 1986 ist die Gesamtanlage vom Bundesdenkmalamt unter Schutz gestellt.
Wir konnten überraschend auch einen Blick ins Nadelburgmuseum machen. Eine Führung ist nach Voranmeldung möglich.
Anschließend marschierten wir durch Augebiet mit Teppichen von Schneeglöckerl, entlang der Leitha, leider ohne Wasser, bis zur „Ulme“, eine Jausenstation im Wald, und dann retour nach Lichtenwörth. Im GH Halbwax gab’s dann Mittagessen bei Bärlauchgerichten.
ESZ