Der Türkensturz ist eine markante Landmarke neben der Südautobahn, die die meisten nur durch das Autofenster kennen. Unweit davon liegt die gut erhaltene Burg Seebenstein.
Am 17. Oktober haben wir uns im Rahmen einer Rundwanderung beides näher angesehen. 24 Naturfreund-innen und Naturfreunde haben an diesem wunderschönen Herbsttag daran teilgenommen.
Stetig bergauf gelangten wir über den „Alten Schlossweg“ schon nach einer knappen Stunde zur Burg. Wegen dringender Bauarbeiten konnte die geplante Besichtigung leider nicht stattfinden. Kurioserweise war in der nie eroberten Burg eingebrochen worden. Als eine von wenigen solcher Anlagen ist sie gut bewohnbar und beherbergt eine Kunstsammlung. Im 19.Jhd. war sie im Besitz des Fürsten Johann von Liechtenstein, der sie renovierte und aus überflüssig gewordenem, altem Mauerwerk auch die künstliche Ruine am Türkensturz errichtete. Doch die Festung ist auch von außen beeindruckend, besonders der im 13.Jhd. errichtete riesige Bergfried sticht dabei hervor.
Wir machten eine Rast auf der Burgwiese und warfen von der „Lutherkanzel“, einem Aussichtspunkt hinter der Burg, einen ersten Blick ins Pittental.
Nach einer weiteren Stunde mäßig steilen Anstieges kamen wir schließlich am Türkensturz an. Der Türkensturz ist ein 610m hoher, sehr steiler Felsabbruch. Seinen Namen verdankt er einem im Jahr 1532 stattgefundenen blutigen Scharmützel, als im Zuge der Türkenkriege eine Schar erboster Bauern einige auf der Flucht befindliche, berittene türkische Soldaten auf die Felsmauer trieb und über den Abbruch stürzte.
Der Platz war gut besucht und auch wir hielten uns gerne länger dort auf. Der Ausblick reicht von der Hohen Wand, über die Wiener Alpen und das Wechselgebirge bis weit in die Steiermark hinein. Die künstliche Ruine ist um einiges größer, als es von der Autobahn den Eindruck macht. Auf einigen Bänken kann man es sich gemütlich machen und das ganze genießen.
Für den Rückweg wählten wir die gut markierte und ausgeschilderte Route über Sollgraben und den Schlossberg. Das war eine gute Idee, den dabei verlässt man abschnittsweise den Wald und gewinnt so auch einen Eindruck von der Idylle und den weiten Wiesen und Weiden der Buckligen Welt.
Um 15 Uhr waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt, dem Bahnhof angekommen und kehrten dort zum Abschluss in einer Pizzeria ein. Das unvermutet sehr gute Essen dort hat uns alle noch einmal positiv überrascht!
10,6km, 356Hm, 3Std.10Min.
SK