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Die Knöpferlbahn

Für unsere erste Wanderung in der Frühjahrssaison haben wir uns für ein Ziel in Wien entschlossen.

29 NaturfreundInnen waren pünktlich am Treffpunkt der Endstation der Straßenbahn 43 in Neuwaldegg. Der Weg führte uns durch den Schwarzenbergpark bis zur Rieglerhütte. Der Aufstieg auf die Sophienalpe erfolgte über die Trasse der Knöpferlbahn.

 

Die Drahtseilbahn auf die Sophienalpe wurde von dem Fabrikanten Georg Sigl, der schon die Maschinenanlage für die Seilbahn auf den Kahlenberg geliefert hatte, als technische Versuchsanlage konzipiert und ab Juli 1873 auf eigenem Grund errichtet, jedoch erst im Herbst 1874 für das Publikum geöffnet. Schon 1881 wurde die Anlage wieder geschlossen und abgetragen.

Sigls Absicht war es, ein sowohl in der Anschaffung wie im Betrieb billiges Bahnsystem zu entwerfen, und tatsächlich galt die Bahn in der Errichtung als günstig und was die benötigte Energieleistung betrifft als besonders ökonomisch. Zwei Lokomobile mit je nur 12 PS reichten aus, um die Anlage bei einer Beförderungskapazität von 200 Personen pro Stunde zu betreiben. Die Talstation der Bahn befand sich nahe der heutigen Rieglerhütte im Haltertal, die gerade verlaufende Trasse mit zwei parallel geführten Eisenbahnschienen (Spurweite ca. 1,2 Meter) führte von dort zur Bergstation nahe dem Restaurant auf der Sophienalpe.

Die leichten, kutschenähnlichen offenen Wagen („Fiakerwagen“) für je vier Personen ruhten auf vier doppelten Blattfedern und wurden die knapp 700 Meter lange Strecke auf Schienen über einen Höhenunterschied von etwa 110 Meter von einem umlaufenden Drahtseil, das im Abstand von je 50 Metern mit Knoten versehen war (daher der volkstümliche Name „Knöpferlbahn“), mitgezogen bzw. gleichzeitig zu Tal gelassen. Die insgesamt zwölf Wagen des Fuhrparks konnten in den Endstationen je nach Bedarf in das Drahtseil eingehängt werden, der Gleiswechsel erfolgte über einfache Schiebebühnen in den Stationen.

 

Über den Exelberg und das Hameau kehrten wir nach 3 1/2 Stunden beim "Häuserl om Stoan" zur ausgedehnten Mittagspause von 1 1/2 Stunden ein.

 

Zufrieden mit dem Essen, der kompetenten Bedienung und der wohlverdienten Pause ging's dann 1 1/2 zurück zum Ausgangspunkt. Der Wald war voll mit Bärlauch, so war auch Bärlauchsammeln angesagt!

 

Eine interessante Sehenswürdigkeit im Schwarzenbergpark sei noch erwähnt.

 

Mitten im dichten Laubwald des Schwarzenbergparkes jenseits der Höhenstrasse am Rande von Hernals stösst man auf eine einsame Kapelle, welche von einem Eisenzaun umgeben ist. Es ist die verwunschene Gruft von Franz Moritz Graf von Lacy (1725-1801). Lacy wurde als Spross eines alten normannischen Adelsgeschlechtes in St. Petersburg geboren. Sein Vater hatte sich 1698 in Russische Dienste gestellt. Franz Moritz kam 1739 nach Wien und trat vier Jahre später in die kaiserliche Armee ein, wo er eine beispiellose militärische Karriere machte. Seine Verdienste in unterschiedlichen militärischen Einsätzen, Kriegshandlungen und Auseinandersetzungen zugunsten der Österreichischen Armee waren mehr als respektabel. Er wurde unter anderem mit dem Grosskreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet. Kaiser Joseph II. war Graf Lacy als seinem loyalen Berater dankbar ergeben.

 

Gehzeit: 5 1/2 Stunden, 250 hm

 

ESZ

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Ziegen im Häuserl am Stoan
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