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Retzer Land

Das Retzer Land ist eine der wohl schönsten Gegenden in Ostösterreich. Wir haben es im Rahmen unserer letzten Wanderung am 5. Oktober besucht.

Das Wetter war nicht besonders gut, es war stark bewölkt und zeitweise setzte ein Nieselregen ein. Doch dem Liebreiz dieser Landschaft kann auch schlechtes Wetter nichts anhaben.

Neunzehn Naturfreundinnen und Naturfreunde haben sich für die gut 16 km lange Tour zusammengefunden. Wir begannen mit unserem Rundweg am Bahnhof Retz. Zuerst ging es Richtung Unterretzbach, dann bald nach Norden bis zur tschechischen Grenze. Gesäumt von Weingärten und vielen Marterln führt ein Weg entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Mit schöner Aussicht in das Nachbarland auf der einen und das Retzer Land auf der anderen Seite wanderten wir bis zum ehemaligen Grenzübergang.

Dort entdeckten wir auf der tschechischen Seite ein Kaffehaus. Die herrlichen Kuchen und Torten zu günstigen Preisen überzeugten uns sofort davon, hier im Warmen eine Rast einzulegen. Für uns war es eine glückliche Fügung, denn für das geplante Picknick beim Heiligen Stein wäre es zu ungemütlich gewesen. Gestärkt machten wir uns dann wieder auf den Weg zum alten Kultplatz. Der rätselhafte Opferstein stammt aus keltischer Zeit, später errichteten Christen dort eine Kirche, von der nur noch das Fundament zu sehen ist. In der Tat kann man sich der Atmosphäre des Ortes kaum entziehen. Die inspirierte Gestaltung des Platzes aus heutiger Zeit trägt auch das ihre dazu bei.

Die Hälfte der Wanderung hatten wir hier schon geschafft. Jetzt ging es weiter auf einem besonders schönen Weg oberhalb von Mitterretzbach durch die satt-grünen Weinhügel, die für das Retzer Land so typisch sind. Nach einiger Zeit kamen wir zu einem kleinen Kellerstöckel. Es war geöffnet. Im Vertrauen auf die Ehrlichkeit der Gäste konnte man sich selbst bedienen und einige von uns verkosteten auch den angebotenen Wein. Immer weiter wanderten wir durch die sanfte Landschaft, bis wir schließlich im äußersten und ältesten Teil von Retz ankamen. Über einen Schleichweg, der hinter der letzten Häuserzeile beginnt erreichten wir schließlich den Kalvarienberg. Hier hoch über der Stadt steht ihr Wahrzeichen, die historische Windmühle.

Sie ist die einzige vollständig erhaltene und eine von nur noch zwei im Betrieb befindlichen Windmühlen in Österreich. Auch der Kalvarienberg selbst ist schon eine Besonderheit. Die überdimensionalen Skulpturen des Kreuzweges sind aus Zogelsdorfer Stein und von den früher berühmten Eggenburger Steinmetzen errichtet. Mit ihnen haben wir auf dem „Stein und Wein-Wanderweg“ rund um Eggenburg heuer im Frühjahr schon Bekanntschaft gemacht.

Nachdem wir uns ein wenig umgesehen hatten, nahmen wir den letzten kurzen Abschnitt unserer Wanderung in Angriff. Den Berg hinunter war es nicht weit bis zum Znaimer Tor, einem von zwei noch erhaltenen Toren der einst von einer Stadtmauer umgebenen Stadt. Am großen historischen Hauptplatz finden sich viele Zeugnisse von der Bedeutung und vom frühen Wohlstand der Stadt. Neben dem prächtigem Rathaus und der Pestsäule steht zwischen den Reihen der hohen Bürgerhäuser auch ein Sgraffitohaus. Bei einer anderen Gelegenheit gebe es hier noch viel zu entdecken.

Wir hatten uns jedenfalls jetzt ein warmes Essen verdient. Im alten Schlossgasthof gibt es traditionelle und moderne Küche in einem netten Ambiente. Hier haben wir zum Abschluss noch gut gegessen.

Trotz des nicht sehr freundlichen Wetters ist es eine sehr schöne Wanderung gewesen. Wir werden gerne wiederkommen.

 

SK   

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