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NÖ Semmeringbahnweg

Bei herrlichem Wanderwetter, auch die prognostizierten Gewitter haben uns nicht überrascht, genossen 14 Wanderfreundinnen die tollen Ausblick entlang des NÖ Semmeringbahnwanderweges. Dieses Mal besuchten wir auch das Ghega-Museum, um auch einiges über den Erbauer, Carl Ghega, zu erfahren. Nach 6 Stunden, 21 km und 580 hm, genossen wir unsere abschließende Einkehr im Payerbacherhof, wo das äußerst freundliche Personal uns rasch bediente. So konnten wir rechtzeitig unsere Heimreise nach Wien mit der Bahn antreten.

Bahnwanderweg

Die Wanderung startet am Bahnhof Semmering und führt entlang des UNESCO - Welterbes Semmeringbahn. Informationstafeln und wunderschöne Aussichtspunkte begleiten die gesamte Strecke.  Vom Bahnhof Semmering führt der Weg entlang des Bahnkörpers zur Bahnstation Wolfsbergkogel. Bei der Doppelreiter Aussichtswarte bietet sich der Panoramablick auf die imposanten Viadukte und Tunnels mit Rax und Schneeberg im Hintergrund. Von hier aus können Zuge auf ihrer Fahrt über das imposanteste Bauwerk der Ghegabahn, die "Kalte Rinne", beobachtet werden. Unbedingt zu genießen gilt es den "20-Schilling-Blick (benannt nach dem Motiven des 20-Schilling Scheins). Weiter geht es zur Fleischmannbrücke, den "Roten Berg" entlang der Bahnstrasse, ab der "Kalten Rinne" führt der Weg auf der oberen Adlitzgrabenstrasse, vorbei am Eisernen Kreuz, nach Breitenstein. Weiter nach Payerbach geht es auf Wanderwegen entlang der Bahn.

 Geschichte

Am Anfang war es ein Pfad, der über den Semmering-Pass führte - Nachweise dafür gibt es seit dem Mittelalter. Dann ließ im frühen 18. Jahrhundert Kaiser Karl VI. eine Straße mit bis zu 17 Prozent Steigung bauen, über die sich mühsam die Pferde mit ihren Lasten quälten. Schließlich wurde 1841 der Auftrag zum Bau einer Bahnlinie von Wien nach Triest erteilt, um den Transportbedürfnissen der beginnenden Industrialisierung gerecht zu werden. 1844 schließlich galt es "nur noch" die Lücke zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag über den Semmering zu schließen. Unter der Leitung von Carl Ritter von Ghega bauten schließlich 20.000 Arbeiter die erste vollspurige Bergbahn Europas, die bis heute nur wenige Änderungen erfahren hat. Auf der 41 km langen Strecke fahren die Züge über 16 Viadukte, 100 Brücken und durch 15 Tunnels. Seit 1998 ist diese "herausragende technische Lösung eines großen physikalischen Problems in der Konstruktion früherer Eisenbahnen" ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Baumeister

Carl Ghega kam 1802 in Venedig zur Welt. Seine Eltern hatten für ihn eine Karriere als Marineoffizier vorgesehen, doch er beschäftigte sich lieber mit Architektur und Mathematik. 1842 wurde er Planungsleiter für die südlichen Staatseisenbahnen in der K&K Monarchie.

Im selben Jahr reise er in die USA, um die dortigen Gebirgsbahnen zu studieren. Bald darauf erhielt er den Auftrag, die Bahnstrecke von Gloggnitz nach Mürzzuschlag zu konzipieren. Eine Aufgabe, die bis dorthin unmöglich erschien. Nicht nur die zerklüftete Landschaft stellte große Herausforderungen dar, Ghega musste sich auch mit der Konstruktion von Lokomotiven befassen, die diese Steigungen überwinden konnten. 1851, vor der Eröffnung der Semmeringbahn, wurde Carl Ghega zum Ritter erhoben, 1860 starb er in Wien an Tuberkolose.

 

 ESZ

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